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Mitten in Europa

8. Neudrossenfelder Europatage vom 19. bis 21. Mai 2017

unter aktiver Beteiligung der Regionen Ladinien (Dolomiten) und Gelderland (Niederlande) im Schloss, auf den Plätzen am Marktplatz und im Biergarten des „Drossenfelder Bräuwercks“

Ladinien trifft Oberfranken

Die Neudrossenfelder Europatage, die in Zusammenarbeit mit der FEK, der IHK Oberfranken, dem Landkreis Kulmbach im zweijährigen Turnus bereits zum 8. Mal stattfinden, stehen heuer im Focus der Regionen Gelderland (Holland) und Ladinien.
Ladinien ein Land das es gar nicht gibt, das wir aber alle kennen und lieben. Rund 35 000 Ladiner wohnen in fünf Tälern (in drei Provinzen), die sternförmig vom Sella-Massiv (3153 Meter) ausgehen: im Nordosten das Gadertal mit Enneberg (auch Abteital genannt, mit Corvara und Stern als touristische Zentren), im Nordwesten das Grödnertal (St. Ulrich, St. Christina, Wolkenstein), wobei beide Täler zur Provinz Bozen gehören. Im Osten liegt das Boitetal in den Ampezzaner Alpen mit Cortina d`Ampezzo, im Südosten Buchenstein (mit Arabba als wirtschaftlichem Zentrum) – beide gehören zur Provinz Belluno –, und im Südwesten das Fassatal (Provinz Trient) mit Canazei und Campitello als bekannteste Ortschaften. Das gesamte Gebiet erstreckt sich auf etwa 1300 km². Die Täler sind über folgende Pässe miteinander verbunden: Grödnerjoch, Sellajoch, Campolongo-Pass, Pordoijoch, Valparola und Falzarego.
Ob als Skifahrer, Wanderer, Natur- und Kulturliebhaber, Mountainbiker, Motorradfahrer: Wir alle sind angetan von dieser majestätischen Landschaft. Einst war das Ladinische die am meisten verbreitete Sprache in den Alpen, während heute nur noch vereinzelte Täler in den Dolomiten diese Sprache verwenden. Entstanden ist sie zur Zeit der römischen Besiedlung des Alpenhauptkammes. Der römische Feldherr Drusus eroberte um 15 v. Chr. die Alpenregion und aus der Mischung zwischen der altkeltischen (rätischen) Kultur mit jener der Römer entstand das Ladinische, das ähnlich wie in Franken in verschiedenen Dialekten gesprochen wird.
Das ladinische Sprachgebiet reichte damals von der Donau im Norden bis zum Gardasee im Süden, vom St. Gotthard Pass im Westen bis Triest im Osten. Doch seit dem 6. Jahrhundert, also zur Zeit der Völkerwanderung, drangen Bajuwaren aus dem Norden sowie Langobarden aus dem Süden vor und engten somit das ladinische Sprachgebiet ein. Schon bald kam es zu einer Unterbrechung der Verbindung zwischen den Dolomitenladinern und dem rätoromanischen Gebiet im Westen. Nur noch in den abgelegeneren Tälern konnte sich das Ladinische halten.